Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
das Foto zur Rechten (s. Abb. 1) zeigt meinen jüngeren Sohn Fin und mich vor einigen Jahren auf der Sommerrodelbahn im Steinwasenpark im Schwarzwald. Es ist nicht allzu schwer zu erkennen, dass zum Zeitpunkt des Schnappschusses mein Sohn eine völlig andere Risikowahrnehmung hatte als ich. Aus seinem Gesicht springt dem Betrachter die pure Begeisterung über die rasante Abfahrt unübersehbar entgegen. Auch meine Gefühlslage wird deutlich, nur war sie weniger erbaulich. Meine damals selbstgewählte Aufgabe als Papa bestand darin, meinem Sohn ein Maximum an Freude zu ermöglichen. Ich nahm mir vor, das Unwohlsein in meinem Magen so gut es geht zu ignorieren und die Bremsen wirklich nur kurz und auch erst dann zu betätigen, wenn es für unsere Sicherheit objektiv erforderlich war. Das Foto erfasst sowohl die recht ordentliche Zielerfüllung in Bezug auf Fins Freude als auch den von mir dafür gezahlten, emotionalen Preis.
Quelle: Familie Haase
Parallelen zum Risikomanagement
Beim Risikomanagement an den internationalen Finanzmärkten verhält es sich zuweilen ähnlich: Börsenturbulenzen gab es immer und wird es immer geben, auch wenn wir die konkreten Gründe kommender Krisen heute noch nicht erahnen. Die Versuchung, in solchen Phasen einzugreifen und Positionen zu liquidieren, ist groß. Die regelmäßig erhöhten Börsenumsätze belegen, dass viele Anleger dieser Versuchung erliegen. Doch wenn man mit viel Mühe regelbasiert ein Portfolio mit erstklassigen Qualitätsaktien aufgebaut hat, dann sollte man seine Emotionen beherrschen und diese Aktien arbeiten und Rendite erwirtschaften lassen. In den Empiria-Fonds gestatten wir uns den „Griff zur Bremse“ daher nur für jene – zumeist recht kurzen – Zeiträume, in denen die objektiv nachvollziehbaren Daten unserer Trendmatrix signifikant erhöhte Risiken im Aktienmarkt anzeigen.
Der aktuelle Härtetest: Nahost-Konflikt und Marktturbulenzen
In den heftigen Kursschwankungen, die uns seit der Eskalation im Nahen Osten begleiten, wurde genau dieses Prinzip erneut auf die Probe gestellt. Angesichts der oft unübersichtlichen Nachrichtenlage hätten viele Investoren – und ehrlich gesagt auch mein eigenes Bauchgefühl – mit weit dramatischeren Markteinbrüchen gerechnet. Auch die kräftige Kurserholung, die wir seit April sehen, kam für viele Beobachter überraschend. Genau hier spielt unsere systematische, börsentägliche Trendanalyse der Empiria-Matrix ihre Stärken aus. Sie wertet mehr als 20.000 Aktien weltweit aus und liefert ein Bild, das von individuellen Ängsten und geopolitischen Spekulationen ungetrübt ist.
Die Signale der Empiria-Matrix in der Praxis
Ein Blick auf die objektiven Marktdaten zeigt, wie sich die Situation tatsächlich darstellte: In den letzten Märztagen standen unsere Risikoindikatoren kurz vor einem harten Absicherungssignal (rote Linie in Abb. 3). Doch genau am 31. März wendete sich das Blatt. Entgegen der allgemeinen, von Sorge geprägten Markterwartung verbesserten sich zunächst die kurzfristigen Trends (s. Abb. 2) spürbar. Nach einer kurzen Bodenbildungsphase zogen auch die mittelfristigen Indikatoren (s. Abb. 3) verlässlich nach und signalisierten eine Entspannung. Die Trenddaten drehten damit kurz vor der Auslösung eines Absicherungssignals (s. rote Linie in Abb. 3). In der Folge blieben wir vollständig investiert.
Das Resultat: Wir konnten die starke Markterholung im April in vollem Umfang für unsere Anleger vereinnahmen. Wie sich das makroökonomische Umfeld weiterentwickelt, bleibt natürlich ungewiss. Sicher ist jedoch, dass datenbasierte Entscheidungen uns auch künftig davor bewahren werden, dem Bauchgefühl zu erliegen und Renditepotenziale vorzeitig auszubremsen.
Quelle: www.empiria-fonds.de (Haase-Mölk-Tsouloftas), Stand: Mai 2026
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